Die 7 Säulen der bündischen Akademie

1. Das Handwerk – Werken mit den Händen
Bündischen Akademie – die erste Assoziation mag da der intellektuelle Aspekt der Akademie sein, doch mindestens genauso wichtig ist Säule eins: das Handwerk, das ganz Praktische.
Ein Lager lässt sich ohne helfende Hände nicht errichten. Zu Beginn einer jeden Akademie werden in Lüdersburg Kohten und Yurten errichtet, die Veranstaltungorte werden hergerichtet. Lüdersburg ist ein Ort des Werkens und Bauens.
Darüber hinaus können Teilnehmer im Rahmen von praktischen Angeboten ihr handwerkliches Geschick erweitern. „Lernen fürs Leben“, zum Beispiel schmieden, bauen, nähen oder filzen – Teilnehmer gewinnen mit ihren neuen Fähigkeiten an Selbstständigkeit im Alltag und geben häufig das Erlernte weiter.

2. Entfaltung der Sinne – Sinnes- und Sinnerfahrungen
In der schnelllebigen Welt von Heute, in einer Informationsgesellschaft, in der Reizüberflutung eher die Regel, als eine Gefahr ist, bietet die Bündische Akademie die Möglichkeit einmal durch zu atmen und anzukommen.
Das Auge, die Nase, unsere Geschmacksknospen, unsere Haut, unsere Ohren, unser Gleichgewichtssinn, all diese Sinnesorgane kommen bei einer BüAk auf ihre Kosten. Gezielte Programmpunkte (z.B. Erlebnispfade) ermöglichen Sinneserfahrungen und die Kombination der 7 Säulen erlaubt eine ganzheitliche Sinnerfahrung und Entschleunigung während der Akademietage. Zentral ist dafür auch Säule drei:

3. Wege zur Natur – Naturerfahrung, Naturschönheit, Naturschau
Natur und Jugendbewegung sind so eng verbunden wie ein Fisch mit dem Wasser. Ohne Natur wäre keine Fahrt, kein Lager, keine Wanderung, das was sie in der Vergangenheit waren und heute im Bündischen noch sind: nicht bloß Kulisse, sondern Lebensraum, der erkundet, erlebt, genutzt, gestaltet sowie geehrt, geschützt und bewahrt wird.
Nur wer seine Umwelt kennt, ihre Schönheit erkennt und ehrt wird sie richtig und nachhaltig nutzen. Die Bündische Akademie ist in dem schönen Lüdersburg an einem Ort an dem man diese Verbindung mit der Natur wieder herstellen kann. Nicht nur weil in der Regel die Sonne lacht auch dank Naturerfahrungsangeboten, wie z.B. Kräuterkunde, Sterne gucken oder eine Baumpflanzung, können Teilnehmer sich tiefer als im Alltag in die Natur spüren – Wege zur Natur finden.

4. Standortbestimmung der Gegenwart – Handeln in der Gesellschaft
Nun zum akademischen Teil der BüAk. Eine jede Veranstaltung beschäftigt sich mit einem Thema, das die Gemüter bewegt, zur Reflektion und Diskussion einlädt sowie inspiriert. Ein BüAk Thema stellt Bezug zur Gegenwart und zur Vergangenheit, kann polarisieren und zusammenführen. Bei einer BüAk wird nicht an der Oberfläche gekratzt, Fragen zu Sinn, zu Werten und zum Sein dürfen und werden gefragt. Referenten und Experten für Programmblöcke oder Arbeitsgruppen werden mit Sorgfalt ausgewählt. Eine Vielfalt von methodischen Ansätzen und Herangehensweisen erlauben es ein breites Spektrum des Themas aufzufächern und es auch mal mit ganz neuen Augen zu betrachten. Teilnehmer haben Gelegenheit sich einzubringen, mitzudenken, mit zu gestalten und tragen die Themen in sich weiter, nehmen das, was sie berührt hat und etwas angeht, was sie nun neu antreibt zurück an ihren Herkunftsort – in die Gesellschaft.

5. Spiritualität – Refugien für Stille, Gebet und Meditation
Grundsätzlich ist die Bündische Akademie überkonfessionell, denn durch ihre bunte Zusammensetzung der Anwesenden ist sie in ganz vielen Religionen und Glaubensrichtungen zuhause. Die Bündische Akademie bietet Raum für Spiritualität. Jeder ist frei individuell und frei zu entscheiden. Es gibt stille Orte für den Rückzug, die Möglichkeit allein oder in Gemeinschaft zu reflektieren, zu beten, zu meditieren.
Was vielleicht alle eint ist die Spiritualität und Schaffenskraft der Natur. Die Freiheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit, die man am Feuerkreis bei gemeinsamem Gesang oder bei einem Blick in den nicht endenden Sternenhimmel spürt. Jeder der einmal auf Fahrt war wird diesen Moment für sich beschreiben können.

6. Musisch-ästhetische Kultur – Spielen, Gestalten, Genießen
Was wäre eine BüAk ohne das Musizieren und das Ausüben von Kreativität – sicherlich nicht bündisch. In der Gemeinschaft trägt man einen großen Schatz an Liedgut und Sinn für Ästhetik. Man singt gemeinsam, probiert und musiziert auf unterschiedlichsten Instrumenten gemeinsam. Das ist immer Programm, selbst wenn es im Ablaufplan nicht explizit Erwähnung findet. Dies gehört zu einer BüAk dazu.
Es wird auch gerne getanzt, ob Volkstanz, Hip Hop, Swing Dance oder Ausdruckstanz, ob ohne Anleitung oder mit, in einem praktischen Angebot. Und erwähnt sei auch noch das einige praktische Angebote auch immer zum künstlerischen Gestalten einladen, sei es theatralisch, literarisch oder in der bildenden Kunst.
Genießer kommen, wie zu Beginn schon erwähnt, mit allen Sinnen auf ihre Kosten bei einer BüAk.

7. Nähe zum Jugendbund – Leben in bündischer Umgebung, Bündisch Leben
Lüdersburg ist nicht zufällig der Ort der Bündischen Akademien. Lüdersburg ist seit über 25 Jahren Bundeszentrum der evangelischen Jungenschaft Tyrker und erfreut alljährlich an einer Vielzahl an Gästen aus verschiedensten Bünden, somit lässt es sich mit Fug und recht als ein überbündisches Zentrum bezeichnen.
Die BüAk findet in Lüdersburg und bei den Tyrkern nicht nur das ideale Veranstaltungsgelände, sondern wird von den „Rothemden“ herzlich empfangen, findet in ihnen junge engagierte Teilnehmer und wird von ihnen organisatorisch immer wieder kräftig unterstützt. Man lernt von einander und versucht Interessen von Jugendbund sowie die der Bündischen Akademie zu vereinbaren. Ein wunderbares „Zuhause“ für die Bündische Akademie, ihre Teilnehmer, ihre Themen und ihre Veranstaltungspunkte.